Zurück zur Übersicht
Karriere13. März 202611 Min. Lesezeit

Welche Unterlagen brauchst du für eine Bewerbung im DACH-Raum?

Lebenslauf, Anschreiben, Arbeitszeugnisse, Foto — was gehört in eine Bewerbung in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Ein praktischer Leitfaden für alle, die neu im DACH-Raum sind.

Redaktion
Bewerbungsgenius Team
Bewerbungsunterlagen für den DACH-Raum: Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnisse

Wenn du zum ersten Mal in Deutschland, Österreich oder der Schweiz eine Bewerbung schreibst, kann das ziemlich überwältigend sein. In vielen Ländern reicht ein einfacher Lebenslauf und vielleicht ein kurzes Anschreiben. Im DACH-Raum ist das anders — hier gibt es Arbeitszeugnisse, Bewerbungsfotos, beglaubigte Übersetzungen und ganz bestimmte Erwartungen an Format und Inhalt.

Aber keine Sorge: Dieser Artikel erklärt dir Schritt für Schritt, welche Unterlagen du brauchst, worin sich Deutschland, Österreich und die Schweiz unterscheiden und was du tun kannst, wenn dir noch Dokumente fehlen.

Der Lebenslauf (CV): Das Herzstück deiner Bewerbung

Der Lebenslauf ist das wichtigste Dokument in jeder Bewerbung im DACH-Raum. Personaler schauen ihn oft zuerst an — manchmal ist er sogar das einzige Dokument, das wirklich gelesen wird.

Was muss rein?

  • Persönliche Daten: Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer. Geburtsdatum und Nationalität sind optional, werden aber in Deutschland und Österreich häufig angegeben.
  • Berufserfahrung: In umgekehrt chronologischer Reihenfolge (neueste Position zuerst). Beschreibe nicht nur deine Aufgaben, sondern auch konkrete Ergebnisse.
  • Ausbildung: Schulabschlüsse, Studium, Berufsausbildung — ebenfalls chronologisch absteigend.
  • Kenntnisse und Fähigkeiten: Sprachen (mit Niveau!), IT-Kenntnisse, Zertifikate.
  • Hobbys/Interessen: Optional, aber in DACH üblicher als in vielen anderen Ländern.

Format und Länge: Ein bis zwei Seiten sind Standard. In technischen oder akademischen Berufen dürfen es auch drei sein. Verwende ein klares, professionelles Layout — keine Tabellen, keine bunten Farben, kein ausgefallenes Design (es sei denn, du bewirbst dich in der Kreativbranche).

Einen ausführlichen Guide zum Lebenslauf findest du in unserem Cornerstone-Artikel zum Lebenslauf schreiben.

Unterschiede im DACH-Raum:

  • Deutschland: Tabellarischer Lebenslauf ist Standard. Foto wird erwartet, ist aber nicht verpflichtend.
  • Österreich: Sehr ähnlich wie Deutschland. Foto ist ebenfalls üblich.
  • Schweiz: Etwas internationaler geprägt. Bei internationalen Firmen wird das Foto manchmal weggelassen. Referenzen sind hier besonders wichtig (dazu unten mehr).

Das Anschreiben (Cover Letter): Deine persönliche Geschichte

Das Anschreiben ist im DACH-Raum traditionell ein fester Bestandteil der Bewerbung. Hier zeigst du, warum du dich für genau diese Stelle interessierst und was du mitbringst.

Wann brauchst du eins?

  • Wenn in der Stellenanzeige „vollständige Bewerbungsunterlagen" verlangt werden — dann gehört es dazu.
  • Bei Initiativbewerbungen ist es Pflicht.
  • Manche moderne Unternehmen (besonders Startups und Tech-Firmen) verzichten darauf. Wenn es nicht verlangt wird, kannst du nachfragen.

Aufbau:

  1. Einleitung: Warum interessiert dich diese Stelle? Vermeide Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich...".
  2. Hauptteil: Was bringst du mit? Verbinde deine Erfahrung mit den Anforderungen der Stelle.
  3. Schluss: Selbstbewusster Abschluss mit Verweis auf ein Gespräch.

Eine Seite, nicht mehr. Tipps für ein überzeugendes Anschreiben findest du in unserem Artikel zum Anschreiben schreiben.

Wichtig für Nicht-Muttersprachler: Dein Anschreiben muss nicht perfekt klingen. Es soll authentisch sein. Wenn dein Deutsch auf B1- oder B2-Niveau ist, schreib in deinem Stil — das ist ehrlicher als ein künstlich hochgestochener Text.

Arbeitszeugnisse: Das Besondere am deutschsprachigen Raum

Jetzt wird es spannend — denn Arbeitszeugnisse sind etwas, das es in dieser Form fast nur im DACH-Raum gibt.

Was ist ein Arbeitszeugnis? Am Ende eines Arbeitsverhältnisses hat jeder Arbeitnehmer in Deutschland das Recht auf ein schriftliches Zeugnis vom Arbeitgeber. Es beschreibt, was du gemacht hast, wie du es gemacht hast und wie du dich verhalten hast.

Warum sind sie so wichtig?

  • In Deutschland sind sie gesetzlich vorgeschrieben und werden von Personalern erwartet.
  • Sie enthalten eine codierte Sprache: „Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" ist die Bestnote. „Er hat sich bemüht..." ist eine Warnung.
  • Fehlende Zeugnisse können Misstrauen wecken.

Was tun, wenn du keine hast? Wenn du aus dem Ausland kommst, hast du wahrscheinlich keine deutschen Arbeitszeugnisse. Das ist völlig normal und kein Grund zur Panik:

  • Erkläre in der Bewerbung, dass in deinem Herkunftsland keine Arbeitszeugnisse ausgestellt werden.
  • Bitte frühere Arbeitgeber um ein kurzes Empfehlungsschreiben (Letter of Recommendation) auf Englisch.
  • Biete Referenzen an, die kontaktiert werden können.

Mehr zum Thema Arbeitszeugnisse erfährst du in unserem Artikel über Arbeitszeugnisse richtig einbinden.

Unterschiede im DACH-Raum:

  • Deutschland: Arbeitszeugnisse sind gesetzlich vorgeschrieben und werden fast immer verlangt.
  • Österreich: Ähnlich wie Deutschland — Dienstzeugnisse heißen sie hier.
  • Schweiz: Arbeitszeugnisse gibt es auch, aber Referenzen (persönliche Kontakte, die angerufen werden) sind oft genauso wichtig oder sogar wichtiger.

Zeugnisse und Zertifikate: Deine Qualifikationen nachweisen

Im DACH-Raum werden formale Qualifikationen ernst genommen. Arbeitgeber wollen Nachweise sehen.

Was wird erwartet?

  • Kopien deiner Hochschulabschlüsse oder Berufsausbildungszeugnisse
  • Relevante Zertifikate (Sprachzertifikate, IT-Zertifikate, Branchenzertifikate)
  • Bei Berufen mit Zulassung: Nachweise über die Berufsanerkennung

Übersetzungen und Anerkennung: Wenn deine Zeugnisse nicht auf Deutsch oder Englisch sind, brauchst du beglaubigte Übersetzungen. Für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse gibt es die Datenbank anabin, in der du prüfen kannst, wie dein Abschluss eingestuft wird.

Das Anerkennungsverfahren kann einige Monate dauern. Starte es so früh wie möglich — du kannst dich in der Zwischenzeit trotzdem bewerben und im Lebenslauf vermerken: „Anerkennungsverfahren läuft".

Das Bewerbungsfoto: Kulturelle Norm, keine Pflicht

Das Bewerbungsfoto ist ein Thema, das viele Neuankömmlinge überrascht.

Die Fakten:

  • Seit dem AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) ist ein Foto rechtlich nicht mehr verpflichtend.
  • In der Praxis erwarten aber viele Arbeitgeber in Deutschland und Österreich ein professionelles Foto.
  • In der Schweiz ist es bei internationalen Firmen weniger üblich.

Tipps für ein gutes Foto:

  • Professionell beim Fotografen aufnehmen lassen (kostet ca. 30-50 EUR)
  • Business-Kleidung tragen
  • Freundlich, aber professionell schauen
  • Aktuelles Foto verwenden (nicht älter als 1-2 Jahre)

Alles zum Thema Bewerbungsfoto findest du in unserem ausführlichen Artikel dazu.

Referenzen: Besonders wichtig in der Schweiz

In Deutschland und Österreich ersetzen Arbeitszeugnisse weitgehend das Referenzsystem. Aber in der Schweiz sieht das anders aus.

Deutschland/Österreich:

  • Referenzen sind ein nettes Extra, aber normalerweise nicht erforderlich.
  • Wenn du sie anbietest, nenne 2-3 Personen mit Kontaktdaten (vorher fragen!).

Schweiz:

  • Referenzen sind extrem wichtig. Arbeitgeber rufen oft aktiv bei deinen früheren Vorgesetzten an.
  • Bereite 2-3 Referenzpersonen vor und informiere sie, dass sie kontaktiert werden könnten.
  • Die Referenzgespräche finden meistens nach dem Bewerbungsgespräch statt.

Alles zusammenpacken: Format und Dateibenennung

Jetzt hast du alle Unterlagen zusammen — aber wie verschickst du sie?

Format:

  • Alles als PDF. Keine Word-Dokumente, keine JPGs.
  • Idealerweise alles in einer einzigen PDF-Datei zusammengefasst. Alternativ einzelne Dateien mit klarer Benennung.

Dateibenennung: Verwende ein klares Schema, zum Beispiel:

  • Bewerbung_Max_Mustermann_Firma.pdf (Gesamtdokument)
  • Lebenslauf_Max_Mustermann.pdf
  • Anschreiben_Max_Mustermann_Stellentitel.pdf
  • Zeugnisse_Max_Mustermann.pdf

Reihenfolge in der Gesamtdatei:

  1. Anschreiben
  2. Lebenslauf
  3. Arbeitszeugnisse (neueste zuerst)
  4. Ausbildungszeugnisse und Zertifikate

Was tun, wenn dir Unterlagen fehlen?

Es ist völlig normal, dass du nicht alle Unterlagen sofort parat hast. Hier ein paar pragmatische Lösungen:

Keine Arbeitszeugnisse aus dem Ausland? Bitte um Empfehlungsschreiben (Letter of Recommendation) oder biete Referenzkontakte an. Erkläre kurz im Anschreiben, dass es in deinem Herkunftsland kein Zeugnissystem gibt.

Abschluss noch nicht anerkannt? Schreib „Anerkennungsverfahren über anabin läuft (eingereicht am [Datum])" in deinen Lebenslauf. Viele Arbeitgeber wissen, dass das dauert, und akzeptieren das.

Kein professionelles Bewerbungsfoto? Bewerbe dich erst mal ohne. Wenn du dich eingelebt hast, kannst du eines nachreichen. Oder nutze die kostenlose Fotostation, die manche Jobcenter oder Integrationsberatungen anbieten.

Sprachzertifikat fehlt noch? Gib dein Sprachniveau ehrlich im Lebenslauf an (z.B. „Deutsch B1 — Zertifikat in Vorbereitung"). Ehrlichkeit wird geschätzt.

Deine Checkliste: Bewerbungsunterlagen im DACH-Raum

Hier nochmal alles auf einen Blick — hake ab, was du schon hast:

  • Lebenslauf — tabellarisch, 1-2 Seiten, umgekehrt chronologisch
  • Anschreiben — eine Seite, auf die Stelle zugeschnitten
  • Arbeitszeugnisse — oder Empfehlungsschreiben als Alternative
  • Ausbildungszeugnisse — mit beglaubigter Übersetzung wenn nötig
  • Bewerbungsfoto — professionell, aber optional
  • Referenzen — besonders für die Schweiz vorbereiten
  • Sprachzertifikate — falls vorhanden
  • Weitere Zertifikate — IT, Branche, Weiterbildungen
  • Alles als PDF — klar benannt, in der richtigen Reihenfolge

Du musst das nicht alleine machen

Der Bewerbungsprozess im DACH-Raum hat seine eigenen Regeln — und ja, am Anfang fühlt sich das vielleicht kompliziert an. Aber du musst nicht alles auf einmal perfekt haben. Fang mit dem Lebenslauf an, und baue die restlichen Unterlagen Stück für Stück auf.

Wenn du Unterstützung beim Erstellen deines Lebenslaufs oder Anschreibens brauchst, probier Bewerbungsgenius aus. Das Tool hilft dir, professionelle Bewerbungsunterlagen zu erstellen — in deinem Tempo und in mehreren Sprachen.

Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und durch unsere Redaktion geprüft und überarbeitet. Wir kombinieren moderne Technologie mit menschlicher Expertise, um dir die besten Karrieretipps zu bieten.

Dein Traumjob wartet.

Nutze das Wissen aus diesem Artikel und erstelle jetzt deine perfekten Bewerbungsunterlagen in wenigen Minuten.

Jetzt Bewerbung erstellen